adriAkustik > Programm > Liedermacher:innenshow
Wer "Show" liest, denkt an glitzernde Fernsehstudios - und an Moderator:innen, deren Lächeln so perfekt ist, dass Zuschauen fast wehtut. An Perfektionismus aus der Konserve, den das Publikum brav
konsumiert. Wer so etwas von der Liedermacher:innenshow erwartet, wird auf dem adriAkustik eines Besseren belehrt.
Hier kommt "Show" noch von "Schau". Und eine Schau zieht man ab, wenn man zeigt, was man hat – mit offenem Visier, Herzblut und einer gesunden Portion Rampensau. Eine Schau zeigt das Leben, nicht
nur die teuren Pailletten.
Natürlich ist die Liedermacher:innenshow auch ein Spektakel - und zwar ein einzigartiges: An drei Abenden treten rund zwei Dutzend Künstler:innen auf die Grillplatzbühne - zitternde Bühnenneulinge und Altmeister:innen, Freaks, Geheimtipps und Publikumslieblinge wechseln
sich in bunter Folge ab. Jede:r präsentiert dem Publikum zwei Songs. So schreibt die Liedermacher:innenshow die Tradition von Kevelaer fort. Dort war die offene Bühne kein Programmpunkt, sondern
Prinzip.
2026 beginnt für die Liedermacher:innenshow ein neues Kapitel. Walter Stehling, der das Format über ein Jahrzehnt als legendärer "Liedermacher-Niedermacher" prägte, gibt die Moderation ab.
Stattdessen wird an jedem Showabend ein anderes Moderator:innen-Duo durch das Programm führen.
Die moderierenden Musiker:innen treten ein schweres Erbe an: Sie sind nicht nur Gast- und Stichwortgeber:innen, sondern lebendiges Gegenüber. Sie müssen nicht bloß ansagen, sondern einordnen;
nicht nur weiterreichen, sondern reagieren; nicht nur die Uhr bewachen, sondern den Abend zusammenhalten.
Durch das Spiel wechselnder Moderationen und Künstler:innen wird jede Liedermacher:innenshow zu einem originellen, lebendigen Erlebnis - zum wahrscheinlich liebevollsten Nadelöhr der
deutschsprachigen Liedkunst. Und manchmal reicht ein einziges Lied, damit aus "Wer ist das?" ein "Wann spielt die wieder?" wird.
Info: Das Wort "Show" hat eine spannende Reise hinter sich. Sein Ursprung ist das althochdeutsche "scouwon". Es bedeutete schlicht "schauen". Um das Jahr 1200 herum veränderte sich die Bedeutung im Englischen fundamental zu "etwas herzeigen". Seit dem 16. Jahrhundert meint "Show" schließlich ein eigens inszeniertes Spektakel zur Unterhaltung eines Publikums.

